Von Bernd Domrowe am 09.09.2015

Herausforderung Trennungsgespräch: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Kategorie:
Management von Mitarbeitern

Trennungsgespräche zu führen, gehört zu den komplizierteren Disziplinen im Management. Unternehmen sollten eine notwendige Trennung von Mitarbeitern möglichst sauber und fair gestalten. Wer dies nicht tut, riskiert im schlimmsten Fall das Selbstwertgefühl der zu kündigenden Mitarbeiter zu zerstören. Das kann sogar das Betriebsklima schädigen, wenn verbleibende Mitarbeiter irritiert und demotiviert werden. Und auch der Ruf des Unternehmens als Arbeitgeber kann unter „schlechten“ Trennungsgesprächen leiden.

Wie können Sie also solche Konsequenzen in dieser psychologisch angespannten und verantwortungsvollen Situation verhindern? Welche Fehler sollten Sie vermeiden, um Trennungsgespräche klar, empathisch und kompetent zu führen?

Vermeiden Sie unter allen Umständen eine mangelhafte Vorbereitung. Wer sich halbherzig auf das Entlassungsgespräch vorbereitet, ignoriert nicht nur die emotionalen Befindlichkeiten des zu kündigenden Mitarbeiters, sondern hat auch keinen Überblick über die organisatorischen und arbeitsrechtlichen Umstände.

Verschaffen Sie sich also Einblick in die Gründe und Umstände der Kündigung und setzen Sie sich mit den arbeitsrechtlichen Fragen auseinander. Vergessen Sie außerdem nicht, sich ganz persönlich auf das Gespräch einzustellen: Sie sollten sich unbedingt auf etwaige emotionale Reaktionen des Mitarbeiters einstellen und überlegen, wie Sie auf diese reagieren können. Denken Sie zudem daran, das Gespräch zu protokollieren!

 Falls Sie mehrere Gespräche führen müssen: Planen Sie nicht mehr als drei an einem Tag – unabhängig davon, wie lange ein einzelnes Gespräch dauert. Trennungsgespräche können sehr belastend sein; Sie sollten sich also zwischen zweien ausreichend Zeit zur Erholung lassen. Das schützt Sie einerseits selbst und stellt anderseits sicher, dass Sie jedes Gespräch mit der Konzentration führen können, die Ihr jeweiliges Gegenüber verdient.

Ein weiterer, häufig anzutreffender Fehler ist ein Mangel an Klarheit in Trennungsgesprächen. Führungskräfte, die nicht im Führen von Kündigungsgesprächen trainiert sind, neigen bisweilen dazu, sich „nebulös“ und unklar auszudrücken – und das Gespräch so für alle Beteiligten erheblich zu erschweren. Machen Sie es besser: Zögern Sie die eigentliche Botschaft nicht hinaus und beschönigen Sie nichts. Sprechen Sie die Kündigung unmittelbar nach einer kurzen Begrüßung aus. Und halten Sie sich auch darüber hinaus an die Regel: Als Führungskraft sollte man auf unpassende, vage oder unverständliche Aussagen und Ausflüchte verzichten.

Bleiben Sie außerdem während des ganzen Gesprächs respektvoll. Trennungsgespräche dürfen unter keinen Umständen respektlos verlaufen oder mangelnde Wertschätzung des Mitarbeiters ausdrücken. Vermeiden Sie daher „Respektlosigkeiten“ wie den Betroffenen nicht persönlich oder sehr kurzfristig zum Gespräch einzuladen. Setzen Sie die Zeit für das Gespräch zudem nicht zu kurz an, sondern geben Sie Ihrem Gegenüber ausreichend Gelegenheit zur Reaktion. Die meist üblichen 20 bis 30 Minuten sind hierfür in der Regel zu kurz. Gewähren Sie sich und den Betroffenen besser jeweils sechzig Minuten. Vergessen Sie nicht auch während des Gesprächs die Leistungen des Betroffenen anzusprechen. Oft wird die wertschätzende Haltung während und nach dem Trennungsgespräch vernachlässigt.

Und zu guter Letzt: Vergessen Sie auch nach dem Gespräch nicht, Ihre Verantwortung als Führungskraft wahrzunehmen: Bieten Sie auch weiterhin Ihre Unterstützung an und seien Sie auch nach der Kündigung ein Ansprechpartner für die Betroffenen. Die vollzogene Trennung sollte nicht bedeuten, dass Ihnen die Gekündigten egal sind, im Gegenteil: jeder einzelne Betroffene bleibt so lange Ihr Mitarbeiter, bis sie oder er das Unternehmen endgültig verlässt.