Mitarbeiterführung: Mit einfachen Fragen zum Hochleistungsteam.
Von Raum Für Führung am 27.01.2016

Mitarbeiterführung: Mit einfachen Fragen zum Hochleistungsteam.

Kategorie:
Management von Mitarbeitern

Erst letzte Woche konnten Manager wieder in der Zeitung lesen: Spitzenleistung kann man nicht verordnen, und man kann sie auch nicht herbeireden. Man kann höchstens die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie von selbst entsteht. Wie das geht? Dieser Blogpost gibt ein paar Hinweise.

Welcher Manager hätte nicht gern so eines: Ein Team, in dem wirklich jeder jeden Tag danach strebt, sein oder ihr Bestes zu geben - und das aus eigenem Antrieb? Ein Team, in dem alle sich ergänzen, unterstützen und Synergien schaffen, in dem es niemanden gibt, der nicht intrinsisch- und leistungsmotiviert arbeiten würde. Ein Team, das Ziele sozusagen von selbst erreicht – im Notfall auch ganz ohne Chef.

Das klingt doch, als würde Führung zum Selbstläufer, und „Chef-sein“ zur grundentspannten Aufgabe, oder?

Aber, Hand aufs Herz: In Wirklichkeit sehen Führungs- und Teamarbeit doch ganz anders aus. Nicht überall klappt die Zusammenarbeit. Nicht überall sind die Mitarbeiter bereits ausreichend gut qualifiziert und verfügen über die nötigen Erfahrungen. Und, klar: Nicht jeder hat Lust auf Dauer-Höchstleistung.

Vor allem aber lassen sich Spitzenleistungen weder verordnen noch herbeireden – wie ein scharfzüngiger Artikel in der Financial Times erst vergangene Woche (kostenpflichtig) erneut vorführte.

Die Kernfragen zeitgemäßen Managements

Stattdessen ist echte Führungs-Arbeit gefragt: Gesucht werden Antworten auf die zwei Kernfragen zeitgemäßen Managements, die wir uns vermutlich alle schon einmal gestellt haben: Wie schaffe ich es, mein Team zur Höchstleistung zu führen? Und zwar ohne Zwang, sondern auf eine Art und Weise, die der Mannschaft „Höchstleistung“ als lohnenswertes Ziel vermittelt?

Die „eine Antwort“ dürfte es für keine der beiden geben. Ich vermute häufig sogar, dass eine Beantwortung ganz grundsätzlich unmöglich ist: Jede Frage stellt sich immer wieder neu, und Führungskräfte stehen immer wieder vor der Aufgabe, nach neuen, kurzzeitig wirksamen Antworten zu suchen.

Ein möglicher Weg zu diesen Antworten lässt sich allerdings beschreiben: er führt über das Betrachten der drei Erfolgsgrößen „Wollen – Können – Dürfen“ und besteht aus einer Reihe von Reflexionsfragen – und aus Gesprächen.

Am Anfang steht der Blick „nach innen“

Wenn Sie diesen Weg beschreiten wollen, betrachten Sie zunächst Ihr Team und überlegen Sie:

Wollen

  • Welche Leistung, Anstrengung, Einsatz wollen meine Mitarbeiter einbringen?
  • Ist es aus Sicht meiner Mitarbeiter erstrebenswert, hohe Leistungen zu erbringen?
  • Wie wird in meinem Team über Erfolg gesprochen?
  • Welchen Beitrag leistet jeder Einzelne zum Erfolg des Teams?
  • Welchen Beitrag leistet mein Team zum Gesamterfolg meines Unternehmens?
  • Was winkt meinem Team und jedem Einzelnen, wenn sich der Erfolg einstellt?

Können

  • Verfügen meine Mitarbeiter über die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen zur Erledigung ihrer Aufgaben?
  • Können meine Mitarbeiter dabei ihre individuellen Stärken einbringen?
  • Wissen meine Mitarbeiter untereinander um ihre jeweiligen Stärken?
  • Können die einzelnen Teammitglieder bei der Erledigung ihrer Aufgaben von den Fähigkeiten und Stärken ihrer Kollegen profitieren?

Dürfen

  • Welche Kompetenzen haben meine Mitarbeiter?
  • In welchem Rahmen könne sie eigenständig Entscheidungen treffen?
  • In welchen Situationen erlebe ich eigene Ideen und Kreativität meiner Mitarbeiter?
  • Wie ist die Fehlerkultur in meinem Team?
  • Was passiert, wenn mal eine – vermeintlich gute Idee – so richtig nach hinten losgeht?

Dann kommt das Gespräch mit allen

Wenn Sie bei der einen oder anderen Frage feststellen, dass Sie sie nicht klar beantworten können oder dass Sie gar unsicher sind, wie Ihre Mitarbeiter antworten würden, dann bleibt Ihnen nur eins: Reden Sie mit Ihrem Team!

Sprechen Sie über Ihre Vision eines Hochleistungsteams und schaffen Sie ein gemeinsames Zielbild, das für Sie und die übrigen Mitarbeiter erstrebenswert erscheint. Überlegen Sie dann gemeinsam, was es braucht, dieses Ziel zu erreichen. Und reden Sie anschließend offen über die individuelle Wahrnehmung der derzeitige Verfassung des Teams. Stellen Sie dabei sicher, dass jeder Anwesende seine Meinung äußert. Auf dieser Grundlage können Sie dann die nächsten Schritte auf dem Weg zum Ziel planen – durchaus wieder entlang der Dimensionen „Dürfen – Können – Wollen“.

Fazit

Hochleistungsteams entstehen nicht zufällig – und schon gar nicht über Nacht. Stattdessen ist viel gut reflektierte Führungsarbeit erforderlich. Was ich in meinen Jahren als Führungskraft und als Berater und Coach von Teams gelernt habe, ist, dass erfolgreiche Führungskräfte und Teams sich am besten dann zu Hochleistungsteams entwickeln, wenn sie den Weg gemeinsam gehen.